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Patienten Partner Suche - wie die Idee entstand

 
Vorwort:
Wohl die meisten Männer träumen still und heimlich von einem Hilferuf
einer Frau: "Ich brauche einen Mann".

Mein Name ist Jörg Brosig. Ich bin 43 Jahre alt und bin wohl einer der wenigen deutschen Männer die so einen Hilferuf schon mehrmals erhielten. Allein seit Mai 2003 hatte ich Hilferufe aus Köln, Wien und Münster. Nicht wenige Männer werden mich darum beneiden und gerne würde ich meine Erfahrungsbericht hier mit den Worten "ich habe geholfen ..." enden. Der männlichen Phantasie könnte man nun freien Lauf lassen, aber die verzweifelten Hilferufe hatten einen nicht alltäglichen Hintergrund.

Die Idee:
Seit 1991 lebe ich nun mit einer unheilbaren Krebserkrankung, dem multiplem Myelom. Das ich mit dieser schlimmen Krebserkrankung heute noch lebe, habe ich sehr fachkompetenten und patientenfreundlichen Ärzten, dem Einsatz neuester Medizin, unserem solidarisch finanzierten deutschen Gesundheitswesen, meiner Familie, den echten Freunden und wohl auch dem lieben Gott zu verdanken. In 1997 gründete ich in Nordrhein-Westfalen, ohne zu ahnen was auf mich alles zukommen würde eine Selbsthilfegruppe zur Erkrankung, die "Plasmozytom / Multiples Myelom Selbsthilfegruppe NRW e.V.". Diese Selbsthilfegruppe ist Mitglied der Deutschen Leukämie- und Lymphom-Hilfe e.V. Bundesverband (DLH). Sehr schnell verstand ich, worauf es in der Selbsthilfe wirklich ankommt. Die Bedürfnisse der Patienten und Angehörigen stehen grundsätzlich an erster Stelle. Alles andere ist zunächst erst einmal zweitrangig! Selbsthilfegruppenleiterinnen- oder leiter müssen unbedingt darauf gefasst sein, dass sie auf jegliche Problematik aus dem Erkrankungsalltag angesprochen werden. Tabuthemen darf es für Selbsthilfegruppenleiterinnen- / Leiter nicht geben!

Ein besonderes Problem liegt bei meinen alleinlebenden Mitpatienten vor (egal welche chronische Erkrankung vorliegt).
Mit ihren Sorgen und Ängsten müssen diese Menschen ganz alleine leben. Besonders hart trifft es dabei alleinerziehende Mütter!

Ein Beispiel:
Eine alleinerziehende 50jährige Mitpatientin (Sohn 10 Jahre alt) hatte weinend im Mai 2003 den ersten telefonischen verzweifelten Hilferuf an mich gerichtet: "Herr Brosig, ich brauche einen Partner fürs Leben, denn ohne geliebt zu werden möchte ich nicht mehr leben". Sie berichtete von Ihrem positiven Krankheitsverlauf. Einige Jahre schon liegen keine Erkrankungsaktivitäten mehr vor! Sie berichtete auch von ihren Treffs mit gesunden Männern. Diese Männer hatte sie über Zeitungsanzeigen kennen gelernt und jeder von ihnen hatte ihr gefallen. Beim ersten abendlichen Essen im Restaurant wollte sie mit diesen Männern ehrlich und offen über Gott, die Welt und sich selbst reden. Gott und die Welt kam bei den Männern gut an und ganz nebenbei, sie sei ja eine gut aussehende Frau. Die glänzenden Augen und interessierten Blicke der Männer belegten diese Aussage! Wie sie dann über sich selbst berichtete und es wagte über ihre Erkrankung zu sprechen, zeigten sich die drei Männer überhaupt nicht mehr von der Schönheit und Weiblichkeit ihrer Gesprächspartnerin angetan. Zunächst Verständnis aber mit einem abnehmenden Glanz in den Augen und dann das erste "aber und wenn". Dann folgte ein "ich muss nach Hause und wir bleiben ja in Kontakt". Keiner der drei Männer meldete sich nach dem abendlichen Essen mehr bei der verzweifelten Frau.

Ich versuchte diese Frau zu ermutigen, weiter über die Zeitung zu suchen, aber sie war so tief verzweifelt, dass ich wirklich glaubte, sie wolle nun ihr Leben beenden. In der schlimmen Not versprach ich ihr, einen alleinlebenden Mitpatienten zu suchen, der sich dann mit ihr treffen könnte. Mein Humor brachte sie dann auch wieder zum Lachen. Dabei habe ich ihr nur gesagt, dass ich ihr nicht versprechen könne, so einen hübschen Kerl zu finden wie ich es sei.

Beim Joggen hatte ich dann den "Geistesblitz". Die Gesunden suchen und finden sich ggf. über die Homepages der Partnersuche. Wenn Gesunde schon große Probleme bei der Partnerfindung haben, ist diese Problematik bei chronisch erkrankten Menschen um ein Vielfaches höher. Eine helfende und sichere Homepage für die Patientenpartnersuche www.papasu.de muss nun aufgebaut werden! Im Sommer 2003 lernte ich durch einen Zufall den Design- und Technikexperten Hartmut Sokolski persönlich kennen. Wir unterhielten uns über die Problematik von chronisch erkrankten Menschen und meine Idee wurde dann nun in enger Kooperation technisch umgesetzt.

Die Werbeeinnahmen sollen ausschließlich PaPaSu.de und der Plasmozytom / Multiples Myelom Selbsthilfegruppe NRW e.V. zu Gute kommen.

Einen Dank geht an den ersten Sponsor von PaPaSu.de, die Fa. Ortho Biotech - Division of Janssen Cilag GmbH, denn ohne Sponsor / Sponsoren könnte PaPaSu.de in Zukunft nicht kostenlos angeboten werden.

Ich hoffe sehr, dass sich nun über PaPaSu.de sehr viele alleinlebende, chronisch erkrankte Menschen finden und dann gemeinsam glücklich durch das Leben ziehen können.

Zusammen sind wir stark, alleine sind wir schwach!

Jörg Brosig den 01. Dez. 2004
(Multiples Myelom Patient seit 1991)
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